Amitié Hispaniola
Im November und Dezember 2007 trafen mit „Noël“ und „Olga“ gleich zwei schwere Tropenstürme die Dominikanische Republik und Haiti und zerstörten grosse Teile der Insel. Die swimsa lancierte daraufhin eine Hilfsaktion erstaunlichen Umfangs. Innerhalb von nur vier Wochen wurden die gesammelten Medikamente in die Dominikanische Republik gesandt, wo sie vom Präsidenten des dominikanischen Medizinstudenten-Dachverbandes in Empfang genommen wurden. Leider verlief vor Ort die Verteilung der Hilfsgüter nicht ganz nach den Vorstellungen des Projektleiters und wegen mangelnder Rückmeldung aus der Dominikanischen Republik zog man eine unbefriedigende Bilanz. Im Herbst 2008 wurden die Probleme in einem neuen Projektteam analysiert und Ideen für eine Wiederaufnahme des Projektes gesammelt.
Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 wurde schlagartig klar, dass der westliche Teil der Insel Hispaniola dringend Hilfe benötigt - und zwar in einer nachhaltigen Form, die auch anhält, wenn die ersten Hilfsaktionen beendet sind. So hat sich die Projektleitung entschieden, eine feste Partnerschaft mit einem haitianischen Spital einzugehen.
Leitspruch und Vision
„Aji ansanm!“ ist kreolisch und bedeutet „Arbeiten wir zusammen!“.
Es ist ein grosses Anliegen unseres Projektes, dass wir keine einseitige Hilfe leisten, sondern die Zusammenarbeit fördern. Deshalb unterstützen wir als Studentenorganisation ein haitianisches Spital mit medizinischen Gütern. Im Gegenzug dazu erhalten Schweizer Medizinstudenten die Möglichkeit, in unserem haitianischen Partnerspital ein Praktikum zu absolvieren. Durch dieses Praktikum sollen die Studenten einerseits einen Einblick in unsere Projektarbeit erhalten und andererseits lernen, wie man in einem Entwicklungsland trotz beschränkter Mittel gute Medizin betreiben kann. Wir lassen unserem Partnerspital keine Spenden in Form von Geld, sondern nur in Form von konkreten medizinischen Gütern zukommen. So stellen wir sicher, dass unsere Hilfe am richtigen Ort ankommt und nicht für private Zwecke eingesetzt wird. Um Korruption und Missbrauch zu umgehen, arbeiten wir ausserdem nur mit uns bekannten, vertrauenswürdigen Personen zusammen und betreuen unser Projekt immer wieder selbst vor Ort und mit Hilfe der Praktikanten. Durch den ständigen Kontakt mit unserem Partnerspital haben wir die Möglichkeit, die Hilfsgüter den örtlichen Bedürfnissen anzupassen und bleiben flexibel bei Veränderungen.
Ein weiteres und sehr wichtiges Ziel unseres Projektes ist die Nachhaltigkeit, weshalb wir eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit anstreben.
Wo stehen wir heute?
Nachdem die Grundidee unseres Projektes festgelegt war, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Partnerspital in der Dominikanischen Republik oder Haiti.
Unser Hauptkriterium war eine vertrauenswürdige Kontaktperson, welche immer vor Ort ist und mit der wir in stetigem Kontakt bleiben können. Unser Partnerspital sollte die medizinische Unterstützung dringend nötig haben und für die örtliche Bevölkerung eine unentbehrliche Institution sein. Ausserdem sollte die Möglichkeit bestehen, in diesem Spital ein Praktikum zu absolvieren. Im Frühjahr 2009 kontaktierten wir verschiedene potentielle Partnerspitäler in der Dominikanischen Republik und Haiti. Im Sommer 2009 reiste ein Mitglied unseres Teams dorthin, um sich vor Ort ein besseres Bild und mehr Informationen über diese Spitäler zu verschaffen.
Anhand dieser neu gewonnenen Informationen wählten wir ein Partnerspital, welches möglichst gut unseren Kriterien entsprach.
Wir entschieden uns für ein Projekt im Norden Haitis (Cap Haïtien). Unser Partnerspital ist ein Lehrkrankenhaus mit 250 Betten und einem grossen Einzugsgebiet. Dieses Spital wird von der haitianischen Organisation unterstützt, welche sich vor allem im Bereich Public Health einsetzt und sich für die Infrastruktur und die logistische Organisation stark macht. Dennoch fehlt es an Medikamenten, Geräten und anderen medizinischen Materialien, wodurch die medizinische Versorgung der Patienten nicht immer gewährleistet ist. Durch die kontinuierliche und langfristige Zusammenarbeit mit dem Justinian University Hospital und Konbit Santé sichern wir die für uns selbstverständliche medizinische Grundversorgung und vermeiden Engpässe.
Mit Konbit Santé stehen wir in regem Kontakt und sind stets darüber informiert, was die örtlichen Bedürfnisse sind.
Die offizielle Homepage des Projektes ist zu finden unter www.amitiehispaniola.ch
